Hans Bieri
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Fliegen

Gewitterflug über der Nordsee mit Motorausfall

Gewitterflug über der Nordsee mit Motorausfall – Fliegen. Foto zu Hans Bieri, Autobiografie Ruf vom Himmel.

Ein Motorausfall während eines Gewitterflugs über der Nordsee brachte Hans Bieri als jungen Berufspiloten in Deutschland an die Grenzen von Leben und Tod. Was als routinemässiger Passagierflug zur Insel Borkum begann, entwickelte sich zu einem dramatischen Überlebenskampf über den tosenden Wellen. In seiner Autobiografie «Ruf vom Himmel» schildert Bieri diese erschütternde Erfahrung.

Warum meldete ich mich freiwillig für diesen Todesflug?

«Wieso ich mich zu diesem Flug meldete, weiss ich heute noch nicht, es war reiner Selbstmord», erinnert sich Hans Bieri an jenen schwülen Nachmittag in Emden. Der Donner rollte bereits bedrohlich in Richtung Meer, als der Chef ins Flight Office kam und nach einem Piloten suchte.

Ein Regierungsbeamter musste dringend auf die Insel Borkum geflogen werden. Alle anderen Piloten schwiegen – das Wetter war zu gefährlich. Doch Bieri stand auf und meldete sich freiwillig für diesen Flug.

Der Passagier mit seinem Aktenkoffer ahnte nicht, worauf er sich einliess. Drei Minuten nach dem Start befanden sie sich bereits in der Luft, während sich vor ihnen eine kohlenrabenschwarze Gewitterfront aufbaute.

Hinein in die schwarze Hölle

Die Wolken schraubten sich förmlich in die Höhe, als Bieri auf die Küste zuflog. Jetzt wäre der Moment gewesen, den Flug abzubrechen. Stattdessen funkte er: «Überflug Küste» – und steuerte direkt in die schwarze Gewitterwand hinein.

Eine Minute später befand er sich in der Hölle: Sicht absolut null, starker Regen, das Flugzeug schaukelte hin und her wie eine Feder. Donner und Blitz wechselten sich in Sekundenschnelle ab, während der ohrenbetäubende Lärm alles übertönte.

Bieri wusste um die Gefahr der Vergaservereisung bei schneller Abkühlung der Luft. Er führte den Vergaser-Check durch und zog den Hebel für warme Luft. Doch genau in diesem kritischen Moment geschah das Unvorstellbare.

Mayday über der tosenden Nordsee

Der Motor fiel aus. Die Drehzahl ging fast auf null zurück. Sofort gab Bieri ein Mayday durch: «Rufzeichen: DEGNU, Motorausfall über der Nordsee, zwischen Emden und Borkum.»

Mit einer schnellen Bewegung griff er unter den Sitz seines Passagiers und reichte ihm eine Schwimmweste. «Anziehen!», brüllte er durch den Lärm. Das Gesicht des Regierungsbeamten war aschgrau geworden.

Für seine eigene Schwimmweste blieb keine Zeit – eine fatale Situation, denn Hans Bieri konnte nicht schwimmen. Unter ihnen tobte die Nordsee, über ihnen das Gewitter, und der Motor war tot.

Wenn der Glaube zur einzigen Hoffnung wird

In solchen Momenten zwischen Leben und Tod offenbart sich der wahre Charakter eines Menschen. Hans Bieri, dessen Lebensüberzeugung in den Worten gipfelt: Jesus Christus – der Anfang und das Ende, der Mittelpunkt meines Lebens, mein Fels des Heils, mein Licht, mein Erlöser, gestern, heute und für immer.

Was in den nächsten Minuten über der tosenden Nordsee geschah, wie der junge Pilot mit dem ausgefallenen Motor kämpfte und ob die Rettung kam – diese dramatischen Details schildert Bieri in seiner Autobiografie «Ruf vom Himmel» mit erschütternder Ehrlichkeit.

Warum ist ein Gewitterflug so gefährlich? Gewitter bringen extreme Turbulenzen, Nullsicht, Hagel und die Gefahr der Vergaservereisung mit sich. Die schnelle Abkühlung der Luft kann zum Motorausfall führen, während Blitze und heftige Auf- und Abwinde das Flugzeug unkontrollierbar machen können.